Salz: Würze des Lebens oder heimlicher Spielverderber?

„Es muss etwas ungewöhnlich Heiliges im Salz sein: Man findet es in unseren Tränen und im Meer.“
Khalil Gibran

 

Vom kostbaren Gut zum Alltagsprodukt

Es gab Zeiten, da war Salz wertvoller als Gold, denn ohne Salz konnten Lebensmittel nicht haltbar gemacht werden. Heute ist Salz jederzeit verfügbar – oft günstig, manchmal edel verpackt – und zugleich stark umstritten. Hoher Blutdruck, Entzündungen, Übergewicht oder Nierenerkrankungen werden häufig mit einem zu hohen Salzkonsum in Verbindung gebracht. Tatsächlich liegt die durchschnittliche Aufnahme in Deutschland bei etwa 10 Gramm pro Tag, empfohlen werden maximal 5 bis 6 Gramm.

Warum unser Körper Salz braucht

Salz, genauer Natriumchlorid, ist für unseren Organismus unverzichtbar. Es reguliert den Flüssigkeitshaushalt, ermöglicht die Weiterleitung von Nervenimpulsen und ist notwendig für jede Muskelbewegung. Auch der Säure-Basen-Haushalt ist ohne Salz nicht stabil. Ganz ohne Salz geht es also nicht, entscheidend ist die Menge. Interessant dabei: Unser Körper benötigt deutlich weniger Salz, als wir im Alltag meist unbemerkt aufnehmen.

Salz und Blutdruck – wie der Zusammenhang entsteht

Bluthochdruck ist in Deutschland weit verbreitet. Besonders mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall oder Nierenprobleme.

Die Menge an Natriumchlorid im Körper spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Bluthochdruck. Unser Organismus versucht stets, die Natriumkonzentration konstant zu halten. Wird zu viel Salz aufgenommen, benötigt der Körper Wasser – wir bekommen Durst. Salz bindet Wasser im Körper. Dadurch steigt das zirkulierende Flüssigkeitsvolumen, der Druck auf die Blutgefäße nimmt zu – der Blutdruck steigt.

Gleichzeitig gilt: Salz ist nur ein Faktor unter vielen. Übergewicht, Stress, Rauchen, Bewegungsmangel und eine ungünstige Ernährung tragen ebenfalls zur Entstehung von Bluthochdruck bei.

Salz ist nicht für alle gleich

Menschen reagieren unterschiedlich auf Salz. Etwa 30 bis 40 % der Bevölkerung gelten als salzsensitiv. Bei ihnen können sich erhöhter Blutdruck oder Wassereinlagerungen schneller entwickeln. Ein einfacher Test beim Hausarzt kann Hinweise geben, ob eine Salzsensitivität vorliegt und ob ein besonders bewusster Umgang mit Salz sinnvoll ist.

Frisch kochen statt verstecktes Salz

Ein wirkungsvoller erster Schritt ist, wieder häufiger frisch zu kochen. Fertigprodukte, Fastfood und Snacks enthalten oft große Mengen Salz – meist kombiniert mit Zucker und ungünstigen Fetten. Auch Brot, Wurst und Käse liefern relevante Salzanteile. Wer gerne Brot isst, profitiert oft davon, es gelegentlich selbst zu backen: mit hochwertigem Getreide, langer Teigführung und moderatem Salz.

Geschmack ohne Salzverlust

Salz ist nicht der einzige Geschmacksträger. Kräuter, Gewürze, Knoblauch, Zwiebeln, Chili oder selbstgemachte Pestos sorgen für intensive Aromen. Ein Blick in die Küchen anderer Länder – etwa nach Indien, Mexiko oder in den Orient – zeigt, wie vielseitig und würzig Gerichte auch mit wenig Salz sein können.

Jodiert oder nicht?

Deutschland gilt als Jodmangelland, da vergleichsweise wenig Fisch, Meeresfrüchte und Algen verzehrt werden. Ob jodiertes Salz sinnvoll ist, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Die individuelle Ernährung, der Stoffwechsel und insbesondere die Schilddrüsengesundheit spielen hier eine entscheidende Rolle. Es gibt auch Meersalze, die von Natur aus Jod enthalten und nicht künstlich angereichert sind.

Sind Spezialsalze gesünder?

Fleur de Sel, Inka-Sonnensalz oder Himalaya-Salz sind optisch ansprechend und geschmacklich interessant. Gesundheitliche Vorteile bieten sie jedoch nicht. Zwar enthält Fleur de Sel etwas mehr Mineralstoffe und meist weniger Natrium, ist dafür aber häufig stärker mit Mikroplastik belastet. Ein Bio-Siegel gibt es bei Salz nicht, da es kein landwirtschaftliches Produkt ist. Und auch das sogenannte Himalaya-Salz stammt nicht aus dem Himalaya, sondern aus Pakistan. Als kulinarische Abwechslung sind diese Salze reizvoll,  für die tägliche Gesundheit aber kein Muss.

Bewusst würzen statt pauschal verzichten

Salz ist weder Feind noch Wundermittel. Entscheidend ist ein bewusster, individueller Umgang. Wer frisch kocht, versteckte Salzquellen reduziert und auf den eigenen Körper hört, schafft eine gute Grundlage für mehr Balance.

Wenn Sie unter Bluthochdruck, Wassereinlagerungen oder anderen Beschwerden leiden und sich fragen, welche Rolle Salz dabei spielen könnte, begleite ich Sie gerne ganzheitlich und individuell. Nutzen Sie dafür mein kostenfreies telefonisches Erstgespräch – unverbindlich und in Ruhe.