Harte Schale, wertvoller Kern: Die Walnuss

Vor Kurzem habe ich von einem guten Freund Walnüsse geschenkt bekommen und habe mich sehr darüber gefreut. Jetzt im Herbst fallen sie wieder von den Bäumen, und ich finde, zwischen all den exotischen Lebensmitteln, die als besonders gesund beworben werden, verdient auch unsere heimische Walnuss etwas Aufmerksamkeit.

Die meisten von uns kennen sie im Weihnachtsgebäck, im Müsli oder einfach zum Knabbern. Doch was steckt eigentlich in einer Walnuss? Ist an ihrem Ruf als „Gehirnnahrung“ etwas dran? Und worauf sollte man beim Trocknen und Lagern achten, wenn die Nüsse frisch vom Baum kommen?

Viel Gutes unter einer harten Schale

Walnüsse enthalten reichlich Fett. Das klingt für manche zunächst nach einem Lebensmittel, mit dem man besser sparsam umgeht. Doch bei Fett kommt es auch darauf an, welche Fettsäuren es liefert. In Walnüssen stecken überwiegend ungesättigte Fettsäuren, darunter die Alpha-Linolensäure. Sie gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und ist lebensnotwendig: Unser Körper kann sie nicht selbst herstellen, deshalb müssen wir sie über die Nahrung aufnehmen.

Hinzu kommen Ballaststoffe sowie Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium. Die Walnuss liefert damit verschiedene Nährstoffe auf kleinem Raum, ist allerdings auch energiereich. Eine kleine Handvoll ist eine alltagstaugliche Portion, die sich gut ins Frühstück oder in eine andere Mahlzeit einbauen lässt.

Gehirnnahrung – was ist dran?

Wer eine Walnuss öffnet, versteht sofort, warum sie oft als „Gehirnnahrung“ bezeichnet wird: Die beiden Hälften mit ihren feinen Windungen sehen unserem Gehirn erstaunlich ähnlich. Ihre Form verrät zwar nichts über ihre Wirkung, doch auch die Forschung beschäftigt sich mit der Frage, ob Walnüsse das Gedächtnis und die geistige Leistungsfähigkeit unterstützen können.

Einige Untersuchungen liefern Hinweise auf mögliche Zusammenhänge, ein eindeutiger Nachweis steht jedoch noch aus. Als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung können Walnüsse dennoch einen wertvollen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten. Dafür müssen sie keine Wunder vollbringen, sie haben auch so einiges zu bieten.

Frisch vom Baum: Richtig trocknen und lagern

Wer Walnüsse selbst sammelt, sollte sie vor dem Einlagern gut trocknen lassen. Die harte Schale schützt den Kern, doch eingeschlossene Feuchtigkeit kann Schimmel begünstigen. Breiten Sie die Nüsse deshalb an einem trockenen, gut belüfteten Ort aus, statt sie feucht in einer Schüssel oder Tüte aufzubewahren. Beschädigte oder schimmelige Exemplare werden vorher aussortiert.

Gut getrocknet halten sich Walnüsse in der Schale mehrere Monate. Dafür eignet sich ein kühler, dunkler und trockener Platz, beispielsweise in einem luftdurchlässigen Netz oder einer Holzkiste. Bereits geknackte Kerne bewahren Sie am besten in einer geschlossenen Dose im Kühlschrank auf. Sie lassen sich auch portionsweise einfrieren.

Beim Öffnen lohnt sich ein kurzer Blick auf den Kern: Ist Schimmel zu erkennen oder riecht die Nuss muffig beziehungsweise ranzig, gehört sie in den Abfall. Schimmelige Stellen nur abzuschneiden reicht bei Nüssen nicht aus.

Mehr als eine Zutat fürs Weihnachtsgebäck

Walnüsse passen wunderbar in die Herbstküche. Grob gehackt ergänzen sie einen Feldsalat mit Apfel oder Birne, geben einer Kürbissuppe etwas Biss oder schmecken zu Ofengemüse.

Eine einfache Idee für einen Brotaufstrich: Verrühren Sie Quark mit etwas Wasser oder Joghurt, geben Sie gehackte Walnüsse und frische Kräuter dazu und schmecken Sie alles mit Salz und Pfeffer ab. Dazu eine Scheibe Vollkornbrot – viel Aufwand braucht es dafür nicht. Bei einer Walnussallergie müssen Sie selbstverständlich auf Walnüsse verzichten.

Vielleicht steht bei Ihnen auch gerade eine Schale selbst gesammelter Nüsse auf dem Tisch. Dann lohnt es sich, schon vor der Weihnachtsbäckerei ein paar davon zu knacken.

Eigentlich wollte ich die geschenkten Walnüsse einfach nur genießen, nun ist daraus sogar ein Blogartikel geworden. Die Themen liegen eben manchmal näher, als man denkt – im Herbst sogar direkt unter einem Baum.

Bleiben Sie gesund und herzliche Grüße aus Bruckmühl